Theologie-Systematisch
Gotteslehre
§12.
Leid und Böses in der Welt/
Allmacht/Autorität/Geduld/Toleranz Gottes
Texte - Das Böse/Theodizee
"Das Böse
darf für Gott dasein. Solange wir einen Teil der Realität ausschalten,
müssen wir notwendigerweise in Spannungen
und Kämpfen leben. Dieser von
uns unterdrückte Teil will wieder in das Ganze
integriert werden. Wenn sich das,
was wir böse nennen, im All wieder integrieren
kann, wird es von sich aus gut sein."
(Franz Jalics, Kontemplative Exerzitien, Würzburg
1994, 57)
"Das
Böse hat keine eigene Existenz wie das Gute, sondern ist zu denken
als Abwesenheit des Guten. Gott ist somit nicht Urheber
des Bösen."
(M.
DÖRNEMANN, Krankheit und Heilung in der Theologie der frühen
Kirchen-
väter (Studien und Texte
zu Antike und Christentum 20) Tübingen 2003, 253, mit
Bezug auf BASILIUS, Hom. IX
5, und GREGOR VON NYSSA, Or. catech. 32;
vgl. auch TERTULLIAN, Marc.
2,10,6)
"Gott ist
(unter Mithilfe der Menschen) dabei, das Böse und Lebensfeind-
liche zu vertreiben. Er ist schon Herr über das Böse, hat aber
seine Herr-
schaft noch nicht universal durchgesetzt."
(K. BERGER, Jesus, München 2004, 275)
"Alles was
über die Schöpfung berichtet wird, erklärt das Böse nicht.
Vielmehr fordert
die Bibel dazu auf, das Wunder der Ordnung des Lebens zu bestaunen wie eine
Oase
inmitten der Wüste. Es wird deutlich, dass die Sichtweise der Bibel
unserer modernen
Betrachtung geradezu entgegengesetzt ist. In der Bibel wird die gefährdete,
bedrohte,
zwiespältige Existenz des Menschen in der Welt als gegeben vorausgesetzt.
Gesucht
wird ein Zusammenleben, das diese negativen Merkmale nicht aufweist, gesucht
wird
der geschützte Garten, wo ringsum nur Wüste ist. Das Böse
und Unsichere ist vorge-
geben, der Gott Israels schenkt die Ausnahme."
(K. BERGER, Jesus, München
2004, 291)