Theologie-Systematisch
Theologische Erkenntnislehre
§ 8. Die Wahrheit des Glaubens
Texte-Wahrheit

"Die Wahrheit wird nur zur Geltung gebracht
durch das Opfer derer, die für sie eintreten."


(John Henry Newman, Lectures on the Present Position
of the Catholics in England, London 2. Aufl. 1857, 403)


"Geh nicht nach draußen, kehre zu dir selbst zurück.
Im Inneren des Menschen wohnt die Wahrheit"

(Augustinus, ver. rel. 39,72)


"Die methodische Strenge, die sich immer wieder nötigen läßt, sich dem Gefundenen
zu unterwerfen und nicht die eigenen Wünsche durchzusetzen, kann eine große
Schule des Menschseins bilden und den Menschen wahrheitsfähig machen."

(J. Ratzinger, Glaube-Wahrheit-Toleranz. Das Christen-
tum und die Weltreligionen, Freiburg 2. Aufl. 2003, 128)


"Der christliche Glaube... dringt unerbittlich auf die Wahrheitsfrage und so auf
das,
was auf jeden Fall alle Menschen angeht und sie miteinander verbindet."

(J. Ratzinger, Glaube-Wahrheit-Toleranz. Das Christen-
tum und die Weltreligionen, Freiburg 2. Auf. 2003, 68)


"Nur aus dem verborgenen Angerührtsein unserer Seelen von der Wahrheit erklärt
sich die grundsätzliche Offenheit aller aufeinander und erklären sich die wesentli-
chen Übereinstimmungen, die es auch zwischen den entferntesten Kulturen gibt
."

(J. Ratzinger, Glaube-Wahrheit-Toleranz. Das Christen-
tum und die Weltreligionen, Freiburg 2. Auf. 2003, 54)


"das Wahrheitsdunkel ist die eigentliche Not des Menschen. Es verfälscht unser
Tun und bringt uns gegeneinander auf, weil wir mit uns selbst im Unreinen, uns
selbst entfremdet sind, abgeschnitten vom Grund unseres Wesens, von Gott. Wenn Wahrheit sich schenkt, bedeutet dies Herausführung aus den Entfremdungen und damit aus dem Trennenden; Aufleuchten des gemeinsamen Maßstas, der keiner
Kultur Gewalt antut, sondern jede zu ihrer eigenen Mitte führt, weil jede letztlich Erwartung von Wahrheit ist. Das bedeutet nicht Uniformierung, im Gegenteil nun
erst, wenn dies geschieht, kann Gegensatz zu Komplementarität werden, weil alle,
vom zentralen Maßstab geordnet, nun ihre je eigene Fruchtbarkeit entfalten kön-
nen
. Das ist der hohe Anspruch, mit dem der christliche Glaube in die Welt ge-
treten ist. Aus ihm folgt die innere Verpflichtung, alle Völker in die Schule Jesu
zu schicken, weil er die Wahrheit in Person und damit der Weg des Menschseins
ist."

(J. Ratzinger, Glaube-Wahrheit-Toleranz. Das Christen-
tum und die Weltreligionen, Freiburg 2. Auf. 2003, 55f)